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Proteste in Indien: Die Kakerlaken-Bewegung
In Indien protestiert die Kakerlaken-Bewegung gegen die Wahlkommission. Die Polizei nimmt viele Menschen fest, auch den Gründer der Bewegung.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Gründer der Kakerlaken-Bewegung in Indien festgenommen.
Host: Tausende Menschen wurden in Indien festgenommen, kurz bevor eine landesweite Kundgebung gegen die Wahlkommission beginnen sollte. Was ist da genau passiert?
Guest: Genau, die Polizei hat vor allem Anhänger der sogenannten Kakerlaken-Bewegung in Gewahrsam genommen, und zwar bevor die Kundgebung überhaupt starten konnte. Besonders betroffen waren viele Jugendliche.
Host: Und der Gründer der Bewegung wurde ja auch festgenommen, oder?
Guest: Ja, Abhijeet Dipke, der Gründer, wurde zusammen mit zwei weiteren führenden Mitgliedern verhaftet – direkt nachdem ihr Flugzeug in Neu-Delhi gelandet war.
Host: Wie hat die Bewegung selbst darauf reagiert?
Guest: Sie hat die Festnahmen über soziale Netzwerke bestätigt. Interessant ist, dass die Polizei Dipke laut Fernsehberichten vorher aufgefordert hatte, die Demonstration abzusagen, weil die Behörden sie verboten hatten.
Host: Das klingt nach einem sehr harten Vorgehen. Was geschah denn konkret in Neu-Delhi?
Guest: Die Polizei ist mit starken Kräften gegen mögliche Teilnehmer vorgegangen. U-Bahn-Stationen wurden geschlossen, zentrale Straßen abgesperrt, und sogar der mobile Internetzugang wurde unterbrochen.
Host: Wie viele Menschen waren insgesamt betroffen?
Guest: Nach Berichten der Zeitung The Hindu und anderer indischer Medien wurden Tausende im Zentrum der Hauptstadt und an weiteren Orten aufgegriffen und abgeführt.
Host: Was fordert die Bewegung eigentlich konkret?
Guest: Sie verlangt den Rücktritt des Vorsitzenden der Wahlkommission, Gyanesh Kumar. Anlass der Proteste ist eine umstrittene Überprüfung der Wählerverzeichnisse.
Host: Warum wird diese Überprüfung überhaupt durchgeführt?
Guest: Die Kommission begründet das damit, doppelte Einträge und Namen nicht wahlberechtigter Personen entfernen zu wollen. Allerdings hatte der stellvertretende Leiter der Wahlkommission selbst Bedenken geäußert.
Host: Was waren das für Bedenken?
Guest: Dass durch die Maßnahme rund 130 Millionen Wählerinnen und Wähler von den Listen gestrichen werden könnten. Das ist eine enorme Zahl.
Host: Und die Opposition sieht das kritisch, nehme ich an?
Guest: Ja, Oppositionsparteien und weitere Kritiker warnen, dass dadurch zahlreichen Menschen das Wahlrecht genommen werden könnte – ein Umstand, der der Regierungspartei von Premierminister Narendra Modi zugutekommen würde.
Host: Wie ist die Kakerlaken-Bewegung überhaupt entstanden?
Guest: Sie entstand im Mai, zunächst als satirische Antwort auf Aussagen des Obersten Richters Surya Kant, der junge Regierungskritiker bei einer Anhörung als „Kakerlaken" und „Parasiten" bezeichnet haben soll.
Host: Hat sich die Bewegung seitdem verändert?
Guest: Durchaus. Im Juli richteten sich ihre Proteste gegen Missstände im Bildungssystem, und nachdem der damalige Bildungsminister zurückgetreten war, erklärte die Bewegung ihre Proteste zunächst für beendet.
Host: Also eine Bewegung, die sich je nach Anlass immer wieder neu aktiviert.
Guest: Genau, und diesmal richtet sie sich eben gegen die Wahlkommission, obwohl die Behörden mit massiven Mitteln versuchen, das zu verhindern.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!