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B2
Rocco Petrone und die Mondmission
Rocco Petrone hatte italienische Wurzeln und war der Direktor des Apollo-11-Programms. Er half dabei, den ersten Menschen auf den Mond zu bringen.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Rocco Petrone: Der Italoamerikaner hinter der Mondlandung.
Host: Rocco Petrone wird dieses Jahr hundert Jahre alt – und trotzdem kennen ihn die wenigsten Menschen außerhalb der Raumfahrtgeschichte. Dabei war er derjenige, der am 16. Juli 1969 das entscheidende 'Go' zur Mondmission gab.
Guest: Genau, und was mich besonders fasziniert: Seine Familie stammt aus einem kleinen Dorf in Süditalien, aus Sasso di Castalda in der Provinz Potenza. Seine Eltern wanderten 1921 nach Amerika aus, fünf Jahre bevor er überhaupt auf die Welt kam.
Host: Und er selbst wurde dann 1926 in Amsterdam geboren – also in einem kleinen Ort im Bundesstaat New York, nicht in den Niederlanden, wie man vielleicht denken würde.
Guest: Das stimmt. Tragischerweise starb sein Vater, als Rocco noch kein halbes Jahr alt war. Er wurde von einem Zug erfasst – ein schrecklicher Unfall, der die Familie natürlich sehr traf.
Host: Wie hat er es trotzdem geschafft, eine so beeindruckende Karriere aufzubauen?
Guest: Er hat sich seinen Weg durch harte Arbeit erkämpft. Mit siebzehn Jahren wurde er an der Militärakademie West Point aufgenommen, obwohl er aus ärmlichen Verhältnissen stammte. Er bezahlte sein Studium selbst, während er gleichzeitig arbeitete.
Host: Und bei West Point war er offenbar nicht nur im Hörsaal erfolgreich?
Guest: Nein, er spielte in der Footballmannschaft, die die nationale Meisterschaft gewann. Danach studierte er am Massachusetts Institute of Technology und wurde zum Experten für Raketen und Startrampen.
Host: Das hat ihn dann für Werner von Braun interessant gemacht, nehme ich an?
Guest: Genau. Von Braun, der als Begründer des amerikanischen Raumfahrtprogramms gilt, holte ihn zur NASA. Dort arbeitete Petrone an der Konstruktion der Saturn-V-Rakete und der berühmten Startrampe 39, von der die Apollo-Missionen ins All gestartet wurden.
Host: Und schließlich wurde er zum Direktor des gesamten Apollo-Programms ernannt. Das war eine enorme Verantwortung – besonders nach Kennedys Versprechen von 1961.
Guest: Inmitten des Kalten Krieges hatte Kennedy angekündigt, einen Menschen auf den Mond zu bringen – und zwar noch vor Ende der sechziger Jahre. Es wirkte damals wie eine unmögliche Aufgabe, aber Petrone ließ keine Fehler zu.
Host: Er war wohl ziemlich streng, oder?
Guest: Sehr. Er war dafür bekannt, dass er vierzig Minuten vor jedem Start persönlich durch den Kontrollraum ging, damit die Konzentration aller Mitarbeiter auch nach stundenlanger Arbeit auf dem höchsten Niveau blieb. Seine Ausraster waren legendär.
Host: Und seine Checklisten sollen geradezu mythisch gewesen sein?
Guest: Ja, die Checkliste für das Mondlandemodul allein umfasste dreißigtausend Vorgänge. Alles musste mit größter Sorgfalt geprüft werden, bevor ein Countdown beginnen durfte.
Host: Was war denn der kritischste Moment beim Start von Apollo 11 am 16. Juli 1969?
Guest: Vier Stunden vor dem Start zeigten die Kontrollmonitore einen gefährlichen Verlust von flüssigem Wasserstoff an der zweiten Raketenstufe an. Ohne Petrones entschlossenes Eingreifen wäre die Mission wahrscheinlich abgebrochen worden.
Host: Das wusste ich nicht. Und trotzdem startete die Rakete pünktlich – und vier Tage später landeten Armstrong und Aldrin auf dem Mond.
Guest: Genau, am 20. Juli 1969. Während Neil Armstrong und Buzz Aldrin die amerikanische Flagge auf dem Mondboden aufstellten, wartete Michael Collins alleine im Orbit, damit er sie sicher nach Hause zurückbringen konnte.
Host: In Italien wurde die Mondlandung live von Tito Stagno kommentiert. Er hatte dabei angeblich einen berühmten Streit mit einem Kollegen?
Guest: Mit Ruggero Orlando. Die beiden stritten per Satellit live im Fernsehen darüber, in welchem genauen Augenblick die Mondlandung stattgefunden hatte. Dieser Schlagabtausch ist bis heute eine der bekanntesten Szenen aus der italienischen Fernsehgeschichte.
Host: Und Petrone selbst – war er wirklich nur ein harter, kalkulierender Techniker?
Guest: Nein, es gibt eine Geschichte, die das Gegenteil zeigt: Er unterbrach einmal den Countdown eines wichtigen Starts, weil ein Reiherpaar sein Nest zu nah an der Startrampe gebaut hatte. Er wollte die Vögel schützen, obwohl dabei wertvolle Zeit verloren ging.
Host: Das zeigt, dass hinter dem eisernen Willen auch echte Gefühle steckten. Jetzt wird sein hundertster Geburtstag in der Basilicata gefeiert?
Guest: Ja, mit Ausstellungen, Treffen und Veranstaltungen unter Titeln wie 'Luna italiana' oder 'La Luna di Rocco'. Sein Leben ist auch in einem Buch dokumentiert worden – 'Dalla Terra alla Luna' von dem Journalisten Renato Cantore.
Host: Ein Leben, das tatsächlich einem Roman gleicht – und das zu Unrecht lange in Vergessenheit geraten war.
Guest: Absolut. Petrone war derjenige, der das 'Go' rief, damit die Geschichte geschrieben werden konnte. Ohne sein Eingreifen am 16. Juli wäre die Mondlandung vielleicht nie zustande gekommen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!