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Rumänien schaltet wegen Wassermangel sein einziges Atomkraftwerk ab
Rumänien hat wegen Wassermangels das Kernkraftwerk Cernavodă abgeschaltet. Das Land nutzt jetzt mehr Windenergie und importiert Strom.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Rumänien schaltet wegen Wassermangel sein einziges Atomkraftwerk ab.
Host: Rumänien hat sein einziges Kernkraftwerk komplett abgeschaltet, oder?
Guest: Ja, den Standort Cernavodă. Der erste Block ging schon Ende Juli vom Netz, am Mittwoch folgte der zweite.
Host: Wie stark trifft das die Stromversorgung?
Guest: Ziemlich stark. Rund ein Fünftel der rumänischen Stromproduktion fällt weg.
Host: Warum wurde abgeschaltet?
Guest: Wegen des niedrigen Wasserstands der Donau. Es reicht nicht mehr, um die Kühlpumpen zu versorgen. Das hat Cristian Bușoi vom Energieministerium bestätigt.
Host: Man hat doch versucht, den Betrieb zu verlängern?
Guest: Ja, die Armee hat einen Felsen im Flussbett gesprengt, und man hat Lastkähne mit Steinen in der Donau versenkt, damit mehr Wasser zum Kraftwerk fließt. Das half aber nur ein paar Tage.
Host: Wie gleicht Rumänien den Ausfall jetzt aus?
Guest: Vor allem durch Stromimporte und durch Windenergie, die gerade ergiebig ist. Außerdem bleibt ein Block des Kohlekraftwerks Rovinari mit etwa 300 Megawatt in Reserve. Laut Kraftwerksleiter Marius Bîzgă könnte er schon am Montag wieder ans Netz gehen.
Host: Verschiebt Rumänien deshalb auch andere Stilllegungen?
Guest: Ja, die Regierung hat die EU-Kommission informiert, dass sie geplante Stilllegungen von Kohlekraftwerken verschieben möchte.
Host: Reagieren auch einzelne Gemeinden auf die Krise?
Guest: Im Dorf Scoarța wird seit Anfang August nachts von Mitternacht bis vier Uhr die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet, um Energie zu sparen. Laut Bürgermeister Ion Grigore Stamatoiu kam der Vorschlag von den Bewohnern selbst.
Host: Und woher importiert Rumänien den zusätzlichen Strom?
Guest: Vor allem aus Ungarn und Bulgarien. Dort laufen im Kraftwerk Paks wieder zwei Turbinen, und Kosloduj arbeitet ohne Einschränkungen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!