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Rumänien schaltet wegen Wassermangel sein einziges Atomkraftwerk ab
Rumänien hat wegen Wassermangels das Kernkraftwerk Cernavodă abgeschaltet. Das Land nutzt jetzt mehr Windenergie und importiert Strom.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Rumänien schaltet wegen Wassermangel sein einziges Atomkraftwerk ab.
Host: Rumänien hat sein einziges Kernkraftwerk komplett vom Netz genommen – wegen Wassermangel in der Donau. Wie ist es dazu gekommen?
Guest: Am Mittwoch, dem 13. August, wurde auch der zweite Reaktorblock in Cernavodă abgeschaltet, nachdem bereits Ende Juli der erste Block heruntergefahren worden war. Damit fällt etwa ein Fünftel der gesamten rumänischen Stromproduktion aus.
Host: Warum reicht das Wasser der Donau nicht mehr aus?
Guest: Der Wasserstand ist so niedrig, dass die Kühlpumpen des Kraftwerks nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Das hat Cristian Bușoi, Staatssekretär im Energieministerium, mitgeteilt.
Host: Man hat doch versucht, den Betrieb zu retten, oder?
Guest: Ja, und zwar mit ziemlich ungewöhnlichen Methoden. Die Armee hat einen Felsen im Flussbett gesprengt, und es wurden sogar mit Steinen beladene Lastkähne in der Donau versenkt, damit mehr Wasser zum Kraftwerk geleitet wird.
Host: Hat das etwas gebracht?
Guest: Der Betrieb konnte dadurch um wenige Tage verlängert werden, obwohl die endgültige Abschaltung letztlich unumgänglich war.
Host: Block 2 allein liefert ja schon eine beachtliche Menge Strom.
Guest: Genau, etwa 680 bis 700 Megawatt. Um diesen Ausfall auszugleichen, setzt Rumänien vor allem auf Stromimporte und auf Windenergie, die momentan reichlich vorhanden ist.
Host: Gibt es noch weitere Reserven?
Guest: Für die kommende Woche hält das Land einen Block des Kohlekraftwerks Rovinari mit rund 300 Megawatt bereit. Laut Kraftwerksleiter Marius Bîzgă könnte dieser Block schon am Montag wieder ans Netz gehen.
Host: Die Regierung denkt also um, was Kohlekraftwerke betrifft?
Guest: Ja, sie hat die EU-Kommission informiert, dass die geplante Stilllegung einzelner Kohlekraftwerke verschoben werden soll, um die Versorgung zu sichern.
Host: Wie reagieren die Menschen vor Ort auf die Krise?
Guest: Im Dorf Scoarța, vier Autostunden von Bukarest entfernt, wird seit Anfang August nachts, von Mitternacht bis vier Uhr, die Straßenbeleuchtung abgeschaltet, um Energie zu sparen.
Host: Stößt das nicht auf Widerstand?
Guest: Kaum, denn laut Bürgermeister Ion Grigore Stamatoiu kam der Vorschlag von den Bewohnern selbst, und um diese Uhrzeit ist ohnehin wenig los.
Host: Investiert das Dorf auch in erneuerbare Energien?
Guest: Ja, es wurde bereits ein Solarpark fertiggestellt. Er wartet nur noch auf den Netzanschluss und auf Speicher, soll das Dorf aber künftig unabhängiger von externer Energie machen.
Host: Und woher importiert Rumänien insgesamt zusätzlichen Strom?
Guest: Unter anderem aus Ungarn und Bulgarien. Dort entspannt sich die Lage gerade: Im ungarischen Kraftwerk Paks laufen seit zwei Tagen wieder zwei Turbinen, während das bulgarische Kraftwerk Kosloduj ohne Einschränkungen arbeitet.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!