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Russischer Angriff bei Kiew fordert 37 Tote in Munitionslager
Ein russischer Luftangriff traf ein Munitionslager im Ort Myla bei Kiew. Mindestens 37 Menschen starben, viele davon in einem nahen Pflegeheim.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Russischer Angriff bei Kiew fordert 37 Tote in Munitionslager.
Host: Die Zahlen aus Myla bei Butscha sind erschütternd — mindestens 37 Tote, weil ein Munitionslager der ukrainischen Armee getroffen wurde. Was ist da eigentlich passiert?
Guest: Ein russischer Luftangriff hat am 29. August ein Lagerhaus getroffen, in dem die Streitkräfte Munition aufbewahrt hatten. Das Perfide daran ist allerdings, dass dieses Lager offenbar direkt neben Wohnhäusern und einem Pflegeheim lag.
Host: Und genau das hat Selenskyj ja scharf kritisiert, oder? Nicht in erster Linie Russland, sondern die eigenen Leute.
Guest: Genau, das überrascht viele. Er sprach von groben Verstößen gegen die Lagervorschriften und machte diejenigen verantwortlich, die das Material so nah an der Zivilbevölkerung untergebracht hatten — eine schreckliche Situation, die auf grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen sei.
Host: Gibt es dazu schon Konsequenzen?
Guest: Die Staatsanwaltschaft hat strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Insofern bleibt es nicht bei bloßen Worten.
Host: Wie verheerend war die Explosion für die Umgebung?
Guest: Sehr verheerend. Laut Tymur Tkatschenko, dem Leiter der Militärverwaltung der Region Kiew, wurden rund 50 Wohngebäude beschädigt, und ein Großbrand griff auf umliegende Häuser und sogar ein Restaurant über.
Host: Und die meisten Todesopfer waren offenbar gar keine Soldaten?
Guest: Richtig, nach Angaben ukrainischer Medien waren 34 der 37 Todesopfer Bewohner des Pflegeheims. Das zeigt, wie fatal es war, ein Munitionsdepot ausgerechnet dort zu platzieren.
Host: Das erinnert mich an einen ähnlichen Fall, den Ministerpräsident Koretskyj angesprochen hat.
Guest: Ja, er verwies auf einen fast identischen Vorfall Anfang Juli im Vorort Wyschnewe, wo ebenfalls ein Munitionsdepot getroffen wurde und 22 Menschen starben.
Host: Also kein Einzelfall, sondern ein wiederkehrendes Muster.
Guest: Genau das hat Koretskyj betont. Dass sich ein solcher Fehler im fünften Kriegsjahr wiederhole, bezeichnete er als kriminelle Fahrlässigkeit und forderte harte Strafen für die Verantwortlichen.
Host: Wie rechtfertigt Russland eigentlich den Angriff? Sie können ja kaum gezielt ein Pflegeheim getroffen haben wollen.
Guest: Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in Myla seien Bauteile und Startvorrichtungen für Langstreckendrohnen gelagert worden. Das lässt sich von außen kaum überprüfen, widerspricht aber nicht zwangsläufig der ukrainischen Darstellung, dass dort auch reguläre Munition lag.
Host: Gab es an diesem Tag noch weitere Ziele?
Guest: Ja, zusätzlich die Häfen von Mykolajiw und Ismajil sowie ein Lager mit Komponenten für die ukrainischen Flamingo-Marschflugkörper. Und in Kiew selbst wurde laut Bürgermeister Klitschko ein zweijähriges Mädchen getötet, acht weitere Personen wurden verletzt.
Host: Auch in anderen Regionen gab es Tote, wenn ich mich recht erinnere.
Guest: In Cherson starben nach Angaben von Gouverneur Prokudin zwei Menschen, 27 wurden verletzt — wobei etwa 70 Prozent dieser Region ohnehin unter russischer Kontrolle stehen.
Host: Ist das ein einmaliger Angriffstag gewesen, oder Teil einer größeren Welle?
Guest: Seit Donnerstag fliegt Russland nahezu ununterbrochen Drohnenangriffe, vor allem auf Kiew, gezielt gegen wirtschaftliche Infrastruktur wie Einkaufszentren, Lagerhallen und Häfen. Ein Regierungsvertreter warnte zudem, Russland setze zunehmend schnellere, strahlgetriebene Drohnen ein, die deutlich schwerer abzufangen seien.
Host: Hat sich die Ukraine im Gegenzug militärisch revanchiert?
Guest: Ja, durchaus. Ukrainische Angriffe trafen Ziele in Russland und auf der Krim: In Rostow wurden mindestens elf Menschen verletzt, in Belgorod starben drei und neun wurden verletzt, in Sewastopol kam ein Mensch ums Leben.
Host: Der Krieg dauert ja inzwischen schon viereinhalb Jahre an, mit ziviler Betroffenheit auf beiden Seiten.
Guest: Was an Myla aber besonders hängen bleibt, ist, dass hier die eigene Fahrlässigkeit offenbar genauso verheerend war wie der Angriff selbst.
Host: Wie meinst du das genau?
Guest: Während man den russischen Angriff kaum verhindern konnte, wäre die hohe Opferzahl möglicherweise vermeidbar gewesen, hätte man die Lagervorschriften eingehalten und Munition nicht direkt neben einem Pflegeheim untergebracht. Das macht den Fall politisch so brisant.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!