ListenYourNews
B2
SPD-Basis knüpft Wochenarbeitszeit an Tarifbindung
Mehrere SPD-Gruppen fordern strenge Regeln für eine neue wöchentliche Arbeitszeit. Sie wollen einen Tarifvertrag, eine Grenze von 40 Stunden und bessere Bezahlung von Überstunden.
Start this lesson →
📖 ReadA podcast dialogue written for your level
🎧 ListenNative-sounding audio, adjustable speed
✅ QuizCheck what you understood
🎙 SpeakAn AI teacher corrects your answer
Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über SPD-Basis knüpft Wochenarbeitszeit an Tarifbindung.
Host: Mehrere SPD-Gruppierungen haben ein Positionspapier vorgelegt, das ganz klare Grenzen für die Koalitionsverhandlungen zieht. Wie heißt das Papier eigentlich?
Guest: Es trägt den Titel 'Selbstbestimmt statt dereguliert' und umfasst sieben Seiten. Unterzeichnet haben es die SPD-Frauen, die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit, die Jusos und die Arbeitsgemeinschaft 60plus – also mitgliederstarke Flügel der Partei.
Host: Worum geht es inhaltlich? Die Union möchte doch den Acht-Stunden-Tag verändern, oder?
Guest: Genau, bislang gilt grundsätzlich ein Acht-Stunden-Tag, der nur ausnahmsweise überschritten werden darf. Die Union will stattdessen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit einführen, innerhalb derer Arbeitgeber und Beschäftigte die Stunden selbst verteilen können.
Host: Und das wurde ja schon im Koalitionsvertrag festgehalten.
Guest: Richtig, auf Seite 18 wurde vereinbart, diese Möglichkeit zu schaffen. Die SPD-Gruppen akzeptieren den Grundgedanken zwar, verknüpfen ihn aber mit strengen Bedingungen.
Host: Welche Bedingungen sind das konkret?
Guest: Zentral ist, dass eine wöchentliche Arbeitszeit nur dort gelten darf, wo ein Tarifvertrag existiert. Branchen mit verbreiteter Schwarzarbeit sollen ausgenommen bleiben, damit die Regelung nicht missbraucht wird.
Host: Gibt es auch eine konkrete Obergrenze für die Stunden?
Guest: Ja, die durchschnittliche Höchstarbeitszeit soll bei 40 Wochenstunden liegen. Außerdem sollen Überstunden von der ersten Stunde an mit gesetzlich vorgeschriebenen Mindestzuschlägen vergütet werden.
Host: Das betrifft also auch die Erfassung der Arbeitszeit?
Guest: Genau, die Arbeitszeit aller Beschäftigten soll vollständig elektronisch erfasst werden. Zudem soll das einseitige Weisungsrecht der Arbeitgeber zu einer gemeinsamen Entscheidung weiterentwickelt werden.
Host: Wie wird dieser Vorstoß eigentlich begründet?
Guest: Carmen Wegge von den SPD-Frauen spricht von einem modernen, familienfreundlichen Arbeitszeitgesetz mit verlässlichen Schutzstandards. Cansel Kiziltepe von der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit betont, dass Millionen Beschäftigte bereits heute Überstunden leisten, vielfach unbezahlt.
Host: War der Tarifvorbehalt nicht schon einmal Thema in der Koalition?
Guest: Doch, ein ähnlicher Ansatz war im Juni 2026 Teil eines durchgesickerten Entwurfs aus dem Bundesarbeitsministerium. Damals löste das heftige Kritik von Wirtschaftsverbänden und der CDU aus, die eine Abweichung vom Koalitionsvertrag monierte.
Host: Deshalb ist Bärbel Bas damals von dem Vorschlag abgerückt?
Guest: Ja, die zuständige Ministerin rückte daraufhin von dem Vorschlag ab. Trotzdem gilt der Tarifvorbehalt in den beteiligten Arbeitsgruppen als unverzichtbar für eine Zustimmung im Bundestag.
Host: Und jetzt könnte das neue Papier die Gespräche in dieser Woche erneut belasten.
Guest: Genau, Beobachter erwarten, dass die Koalitionsgespräche dadurch zusätzlich erschwert werden, obwohl beide Seiten eigentlich an einer gemeinsamen Lösung interessiert sind.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!