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B2
Ukrainische Bahnmitarbeiter riskieren bei jeder Fahrt ihr Leben
Ukrainische Bahnmitarbeiter arbeiten jeden Tag mit Gefahr. Lokführer Denys beobachtet eine App für Luftalarm. Seit Kriegsbeginn wurden mehr als 520 Loks zerstört. Russland greift gezielt Loks an, um den Zugbetrieb zu stoppen.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Ukrainische Bahnmitarbeiter riskieren bei jeder Fahrt ihr Leben.
Host: Stell dir vor, ein Lokführer achtet während der Fahrt ständig auf eine App, die vor Luftalarm warnt. Genau das macht Denys bei jeder Fahrt.
Guest: Ja, er hat erzählt, dass er sich an die ständige Bedrohung gewöhnt habe, obwohl man sich darauf eigentlich nie wirklich vorbereiten könne.
Host: Und er hält sein Gepäck bereit, falls der Zug plötzlich evakuiert werden muss, richtig?
Guest: Genau, denn niemand weiß, wann es wirklich ernst wird.
Host: Besonders gefährdet sind offenbar die Lokomotiven selbst.
Guest: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor vier Jahren wurden mehr als 520 Loks beschädigt oder zerstört – allein seit Jahresbeginn etwa 300.
Host: Das ist eine enorme Zahl für ein einziges Jahr.
Guest: Zusätzlich wurden rund 400 Waggons in Mitleidenschaft gezogen, während die Reparaturen sich laut einem Bahnsprecher über Jahre hinziehen können.
Host: Warum werden gerade die Lokomotiven angegriffen?
Guest: Weil Russland gezielt versucht, den Zugbetrieb im ganzen Land lahmzulegen, indem es die Loks zerstört.
Host: Wie schützt sich die Bahn denn vor solchen Angriffen?
Guest: Sie verfolgt die Flugbahnen anfliegender Drohnen, damit Angriffe frühzeitig erkannt werden können.
Host: Und was passiert, wenn eine Drohne sich nähert?
Guest: Nähert sich eine Drohne auf etwa zehn Minuten Entfernung, wird der betroffene Zug vorsorglich evakuiert.
Host: Das muss bei den Reisenden für ziemlich viel Unmut sorgen.
Guest: Eine Zugbegleiterin berichtet, dass es vor allem nachts im Winter regelmäßig Unmut gebe, die Maßnahmen inzwischen aber von den meisten akzeptiert würden.
Host: Verspätungen gehören also zum Alltag.
Guest: Ja, massive Verspätungen durch wiederholte Evakuierungen sind für das Zugpersonal völlig normal geworden.
Host: Gab es schon konkrete Treffer?
Guest: Ein Zugchef erzählt, dass auf einem Nebengleis ein Güterzug mit Sprengstoff an Bord getroffen wurde. Dank rechtzeitiger Räumung kam aber niemand zu Schaden.
Host: Trotz all dieser Gefahren bleiben die Mitarbeitenden offenbar bei ihrer Arbeit.
Guest: Viele sehen sie als Verpflichtung, für die es aus ihrer Sicht keine Alternative gibt.
Host: Auch die Reisenden scheinen sich angepasst zu haben.
Guest: Ein Fahrgast aus dem ständig beschossenen Charkiw ist auf dem Weg zu seiner Tochter nach Koblenz.
Host: Wie lange dauert so eine Fahrt eigentlich?
Guest: Von Kiew bis Lwiw dauert sie rund sechseinhalb Stunden, diesmal sogar ohne Zwischenfälle, und bis zur polnischen Grenze kommen noch zwei bis drei Stunden hinzu.
Host: Und was passiert, sobald der Zug Polen erreicht?
Guest: Lokführer und Team haben dort eine vierstündige Pause – die ersten vier Stunden, in denen sie sich seit Fahrtbeginn wirklich in Sicherheit befinden.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!