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UniCredit darf Commerzbank-Anteil ohne Grenze erhöhen
Die EZB erlaubt UniCredit, mehr Anteile an der Commerzbank zu kaufen. UniCredit will bald die Kontrolle über die Bank haben.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über UniCredit darf Commerzbank-Anteil ohne Grenze aufstocken.
Host: Die EZB-Bankenaufsicht hat UniCredit erlaubt, ihren Anteil an der Commerzbank über die bisherige Grenze von knapp 30 Prozent hinaus zu erhöhen.
Guest: Ja, und zwar ohne eine neue Obergrenze. UniCredit selbst spricht von einem „Meilenstein" in einer Pressemitteilung vom 15. Oktober.
Host: Haben sich Commerzbank oder die EZB dazu geäußert?
Guest: Nein, beide haben bislang geschwiegen.
Host: Wie hat sich UniCredit die zusätzlichen Anteile überhaupt gesichert?
Guest: Über komplexe Finanzkonstruktionen und über andere Banken, außerdem durch Aktien, die Commerzbank-Aktionäre im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots angedient haben.
Host: Welches Ziel verfolgt UniCredit damit bis Ende des Jahres?
Guest: Sie wollen rund 50 Prozent der Stimmrechte erreichen, um die Kontrolle über die Frankfurter Bank zu übernehmen – vorausgesetzt, alle aufsichtsrechtlichen Prüfungen sind bis dahin abgeschlossen.
Host: Steht da noch etwas aus?
Guest: Ja, die EU-Kommission muss als Wettbewerbshüterin noch entscheiden.
Host: Was würde durch den Zusammenschluss entstehen?
Guest: Ein Institut mit einer Bilanzsumme von 1,3 Billionen Euro.
Host: Der Finanzmarktforscher Florian Heider sieht darin wohl einen Vorteil, oder?
Guest: Genau, weil europäische Banken auf dem zersplitterten Binnenmarkt bislang langsamer wachsen als ihre US-Konkurrenten.
Host: Volker Brühl beurteilt das offenbar anders.
Guest: Er hält die Übernahme zwar für nicht mehr aufzuhalten, wertet sie aber als Rückschlag für den Finanzplatz Frankfurt, weil die 156 Jahre alte Commerzbank damit ihre Eigenständigkeit verliert.
Host: Wie hat die Bundesregierung reagiert?
Guest: Zunächst wurde das Vorgehen der Italiener scharf als feindlich und aggressiv kritisiert.
Host: Und jetzt?
Guest: Finanzminister Lars Klingbeil spricht inzwischen von konstruktiven Gesprächen statt verhärteter Fronten.
Host: Welche Hebel hat der Bund denn noch, obwohl er nur Minderheitsaktionär ist?
Guest: Er hält seit der Finanzkrise rund 13 Prozent der Aktien und kann damit laut Heider zumindest eine vollständige Verschmelzung verhindern.
Host: Was fordert die Regierung konkret von UniCredit?
Guest: Dass die Commerzbank Ansprechpartnerin für den Mittelstand bleibt, ihren Hauptsitz in Frankfurt behält und es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt.
Host: Was plant UniCredit mit der HypoVereinsbank?
Guest: Die beiden sollen zusammengelegt werden, um Milliarden einzusparen.
Host: Welche Folgen befürchtet die Gewerkschaft ver.di dadurch?
Guest: Sie fürchtet den Abbau von bis zu 15.000 der rund 40.000 Vollzeitstellen weltweit. Verdi-Vertreter Jan Duscheck verlangt deshalb verbindliche Zusagen zur Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen.
Host: Gibt es schon Pläne für den Aufsichtsrat?
Guest: Medienberichten zufolge könnte UniCredit im kommenden Jahr eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um ihn neu zu besetzen. Der Bund will dabei weiterhin zwei eigene Kandidaten benennen dürfen.
Host: Und wer profitiert möglicherweise noch von der ganzen Situation?
Guest: Die Deutsche Bank hofft, verunsicherte Firmenkunden zu gewinnen, falls die Commerzbank ihre Auslandsstandorte im Zuge der Übernahme verkleinert.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!