ListenYourNews
C1
VAE-Ermittler: Co-Pilot wollte Flydubai-Flugzeug abstürzen lassen
Ermittler der Vereinigten Arabischen Emirate sagen: Ein Co-Pilot wollte ein Flydubai-Flugzeug absichtlich zum Absturz bringen. Er wollte das Flugzeug in ein Terminal am Flughafen Ben Gurion fliegen. Passagiere und Besatzung überwältigten ihn, und ein anderes Pilotenpaar landete das Flugzeug sicher in Tabuk.
Start this lesson →
📖 ReadA podcast dialogue written for your level
🎧 ListenNative-sounding audio, adjustable speed
✅ QuizCheck what you understood
🎙 SpeakAn AI teacher corrects your answer
Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über VAE-Ermittler: Flydubai-Vorfall war geplanter Selbstmordanschlag.
Host: Was mich an diesem Fall am meisten erschüttert, ist die schiere Kaltblütigkeit, mit der der Co-Pilot offenbar vorgegangen ist – er soll sich bei zwei vorherigen Flügen regelrecht mit der Flughafenumgebung in Tel Aviv vertraut gemacht haben.
Guest: Genau, und das zeigt ja, dass es sich keineswegs um eine spontane Verzweiflungstat gehandelt hat, sondern um eine sorgfältig geplante Operation, die sich offenkundig an den Anschlägen vom 11. September orientierte.
Host: Das Ziel war ja angeblich, die Maschine gezielt in ein Terminalgebäude des Flughafens Ben Gurion zu steuern – also ein Vorgehen, das maximale Opferzahlen zum Ziel hatte.
Guest: Richtig, und insofern unterscheidet sich dieser Fall deutlich von anderen Vorfällen, bei denen Piloten zwar suizidal handelten, aber nicht zwangsläufig möglichst viele Menschen mit in den Tod reißen wollten.
Host: Was mich wundert: Laut Generalstaatsanwalt al-Schamsi hatte der Mann vor seiner Anstellung bei Flydubai alle Sicherheitsprüfungen bestanden und sogar ein einwandfreies Führungszeugnis vorgelegt.
Guest: Ja, und genau da liegt die eigentliche Brisanz: Offiziell gab es keine Erkenntnisse über extremistische Ansichten, während gleichzeitig Medien wie CNN berichten, er habe seinen vorherigen Job bei Oman Air verloren, weil dort Bedenken wegen solcher Ansichten aufkamen.
Host: Das wirft doch die Frage auf, warum diese Information offenbar nicht an Flydubai weitergegeben wurde oder zumindest nicht zu einer gründlicheren Überprüfung geführt hat.
Guest: Absolut, und es erklärt wohl auch, weshalb Israel nun ankündigt, die Überprüfung ausländischer Piloten künftig zu verschärfen – man will solche Lücken in Zukunft offenbar schließen.
Host: Gehen wir noch mal zum eigentlichen Vorfall zurück: Während des Fluges von Dubai nach Tel Aviv griff der Co-Pilot den indischen Kapitän mit einem Messer an.
Guest: Und dadurch geriet das Flugzeug binnen etwa 30 Sekunden außer Kontrolle und verlor dabei rund 4300 Meter an Höhe – eine Vorstellung, die man sich für die 174 Menschen an Bord kaum ausmalen möchte.
Host: Trotzdem gelang es dem verletzten Kapitän offenbar noch, die Cockpittür zu entriegeln, wodurch Passagiere und Besatzungsmitglieder eindringen und den Angreifer überwältigen konnten.
Guest: Das war wohl der entscheidende Moment, denn ohne dieses beherzte Eingreifen hätte die Geschichte vermutlich anders geendet. Hinzu kam ja der reine Zufall, dass ein weiteres Pilotenpaar an Bord war.
Host: Stimmt, dieses Pilotenpaar hat die Maschine schließlich sicher in Tabuk in Saudi-Arabien gelandet – ohne diese glückliche Fügung wäre die Situation wohl kaum beherrschbar gewesen.
Guest: Interessant finde ich auch, dass der Co-Pilot nach eigenen Angaben ohne Hintermänner gehandelt habe, was die Ermittler allerdings noch überprüfen. Ob man dieser Aussage trauen kann, bleibt also offen.
Host: Das ist ja ohnehin eine heikle Frage bei solchen Taten: Täter behaupten oft, allein gehandelt zu haben, während sich erst später herausstellt, ob es doch ein Netzwerk gab.
Guest: Zumal man bedenken muss, dass er zuvor bei Emirates eine erfolglose Bewerbung eingereicht hatte, bevor er überhaupt bei Flydubai angestellt wurde – es scheint also, als hätte er trotz der Ablehnung bei Oman Air weiterhin Zugang zur Luftfahrtbranche gehabt.
Host: Und das, obwohl die überwiegende Mehrheit der 174 Passagiere israelische Staatsbürger waren, was die Wahl des Ziels – ausgerechnet ein Flug nach Tel Aviv – zusätzlich in ein bedrohliches Licht rückt.
Guest: Genau, das lässt vermuten, dass die Zielauswahl kein Zufall war, sondern bewusst auf israelische Reisende und den Flughafen Ben Gurion ausgerichtet wurde.
Host: Abschließend bleibt die Frage, wie lückenhaft die Sicherheitsprüfungen in der zivilen Luftfahrt tatsächlich sind, wenn jemand mit einer solchen Vorgeschichte überhaupt ins Cockpit gelangen kann.
Guest: Das wird sich wohl erst zeigen, wenn die angekündigten verschärften Kontrollen tatsächlich umgesetzt werden und man sieht, ob sich dadurch ähnliche Fälle künftig verhindern lassen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!