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B2
Wanderndes Schwarzes Loch: 30.000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt
Astronominnen und Astronomen haben ein Schwarzes Loch weit ausserhalb des Zentrums seiner Galaxie entdeckt. Ein zerrissener Stern hat den Fund sichtbar gemacht.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Wanderndes Schwarzes Loch: 30.000 Lichtjahre vom Zentrum seiner Galaxie entfernt.
Host: Ein supermassereiches Schwarzes Loch wurde entdeckt, das sich rund 30.000 Lichtjahre vom Zentrum seiner Galaxie entfernt befindet - das klingt ja ziemlich ungewöhnlich.
Guest: Ja, absolut. Es handelt sich um das erste ruhende Schwarze Loch dieser Klasse, das jemals so weit ausserhalb eines galaktischen Kerns nachgewiesen wurde.
Host: Zu welcher Galaxie gehört es denn?
Guest: Es gehört zur Galaxie WISEA J014656.04-152214.7, einer massereichen Galaxie im Sternbild Walfisch, die etwa 750 Millionen Lichtjahre von uns entfernt liegt.
Host: Und wie gross ist dieses Schwarze Loch im Vergleich zu unserem?
Guest: Seine Masse entspricht ungefähr der des Schwarzen Lochs im Zentrum unserer eigenen Milchstrasse, also durchaus vergleichbar.
Host: Wie haben die Astronominnen und Astronomen es überhaupt entdeckt, wenn es so weit vom Zentrum entfernt ist?
Guest: Das war eigentlich reiner Zufall. Ein Stern kam dem Schwarzen Loch zu nahe und wurde von dessen Gezeitenkräften zerrissen, wobei ein kurzer, aber sehr heller Lichtausbruch entstand.
Host: Solche Ereignisse nennt man Gezeitenstörungen, oder?
Guest: Genau. Und ohne diesen Ausbruch wäre das Objekt vermutlich unsichtbar geblieben, denn ein ruhendes Schwarzes Loch verschluckt kaum Material und sendet deshalb selbst keine Strahlung aus.
Host: Das bedeutet, es hätte einfach niemand bemerkt, wenn der Stern nicht zufällig vorbeigekommen wäre.
Guest: Richtig, und genau das macht den Fund so besonders, weil dadurch klar wird, wie viele solcher Objekte wohl unentdeckt bleiben.
Host: Bislang gingen Fachleute ja davon aus, dass supermassereiche Schwarze Löcher immer im Zentrum massereicher Galaxien sitzen. Stellt dieser Fund das jetzt infrage?
Guest: Ja, definitiv. Der Fund passt nicht zur bisherigen Annahme, obwohl man lange dachte, dass solche Objekte fest im galaktischen Kern verankert sind.
Host: Wie erklärt man sich das dann?
Guest: Es gibt mehrere Möglichkeiten. Zum einen könnte das Schwarze Loch aus einer kleineren Galaxie stammen, die mit der grösseren verschmolzen ist und noch nicht ins Zentrum gewandert ist.
Host: Und die zweite Möglichkeit?
Guest: Es könnte auch sein, dass es bei der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher durch den Rückstoss der abgestrahlten Gravitationswellen aus dem Kern geschleudert wurde.
Host: Das ist ja eine ziemlich dramatische Vorstellung, dass ein Schwarzes Loch regelrecht durch die Galaxie geschleudert wird.
Guest: Ja, während der genaue Mechanismus noch nicht geklärt ist, zeigt der Fund jedenfalls, dass solche wandernden Schwarzen Löcher existieren.
Host: Wie viele davon gibt es denn insgesamt?
Guest: Das ist bislang offen. Man geht aber davon aus, dass künftige Durchmusterungen weitere Gezeitenstörungen aufspüren könnten und damit weitere versteckte Schwarze Löcher verraten.
Host: Es bleibt also spannend, was da noch alles im Dunkeln lauert.
Guest: Auf jeden Fall, und die Ergebnisse dazu sind ja erst am 27. Juli 2026 in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal Letters erschienen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!