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Wärmepumpen verdrängen Ölheizungen trotz jahrelangem Förderstreit
Heizungsbauer Dieter Allenbacher baut heute meistens Wärmepumpen ein. Öl, Gas und Pellets spielen kaum noch eine Rolle. Die Gründe sind hohe Preise für Öl und Gas und staatliche Förderungen. Nicht jedes Haus ist aber für eine Wärmepumpe geeignet.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Wärmepumpen verdrängen Ölheizungen trotz jahrelangem Förderstreit.
Host: Laut Dieter Allenbacher, der seit 36 Jahren als Heizungsbauer arbeitet und zusätzlich als Energieberater und Gerichtsgutachter tätig ist, werden inzwischen rund neun von zehn neu eingebauten Heizungen als Wärmepumpen eingebaut.
Guest: Das ist erstaunlich, vor allem weil Öl praktisch keine Rolle mehr spielt und auch Gas sowie Pellets nur einen kleinen Anteil ausmachen.
Host: Woran liegt das, obwohl es jahrelang einen heftigen Förderstreit gegeben hat?
Guest: Allenbacher, der einen Betrieb in der Region Kaiserslautern führt, nennt zwei Gründe: gestiegene Preise für Öl und Gas sowie weiterhin hohe staatliche Förderungen, durch die manche Kunden auch ohne echten Bedarf umsteigen.
Host: Er betont aber, dass sich eine Wärmepumpe nicht für jedes Gebäude lohnt, oder?
Guest: Genau, besonders gut geeignet seien Neubauten oder Häuser aus den 1990er-Jahren mit Fußbodenheizung und Solaranlage.
Host: Und bei älteren, schlecht gedämmten Häusern?
Guest: Da rät er zu genauer Prüfung, da die hohen Anschaffungskosten sonst langfristig zu teuren Krediten führen könnten.
Host: Kritisiert er auch die ständig wechselnde Gesetzeslage?
Guest: Ja, er bezeichnet sie als unpraktisch und fordert dauerhafte, einfache Regeln. Das hängt mit dem früheren Gebäudeenergiegesetz von Robert Habeck zusammen, das 2023 für einen heftigen Koalitionsstreit zwischen FDP und Grünen sorgte und im Herbst desselben Jahres nur in abgeschwächter Form beschlossen wurde.
Host: Wurde es inzwischen nicht durch ein neues Gesetz ersetzt?
Guest: Doch, durch das Gebäudemodernisierungsgesetz, mit dem die strengeren Vorgaben wieder gelockert wurden.
Host: Wie haben sich die Verkaufszahlen seitdem entwickelt?
Guest: Sehr unterschiedlich. 2023 wurden laut dem Hauptverband der Deutschen Heizungsindustrie mit 356.000 Geräten so viele Wärmepumpen wie nie zuvor verkauft, ein Plus von 51 Prozent.
Host: Und danach?
Guest: 2024 brach die Nachfrage um 46 Prozent ein, bevor neue Förderbedingungen der KfW 2025 ein Wachstum von über 50 Prozent brachten.
Host: Und im laufenden Jahr?
Guest: Im ersten Halbjahr 2026 legte der Markt erneut um 40 Prozent zu.
Host: Wurde damit das frühere Regierungsziel von 500.000 neu installierten Anlagen pro Jahr erreicht?
Guest: Nein, das wurde bislang nicht annähernd erreicht.
Host: Der Ökonom Manuel Frondel vom Essener Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung sieht die staatlichen Zuschüsse als treibende Kraft, nicht wahr?
Guest: Ja, teils über 20.000 Euro pro Anlage, obwohl die Förderung ab 2027 schrittweise sinken soll.
Host: Er bemängelt wohl auch, wer davon profitiert?
Guest: Genau, vor allem einkommensstärkere Haushalte, die ohnehin gewechselt hätten, weshalb er für ein schnelles Ende der pauschalen Förderung plädiert.
Host: Was schlägt er stattdessen vor?
Guest: Er spricht sich für ein übergeordnetes europäisches Klimaziel aus sowie für den ab 2028 geplanten zweiten EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, damit Emissionsminderungen dort erfolgen, wo sie am günstigsten sind.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!