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Ebola in Kongo: Mehr Mütter sterben
In der Demokratischen Republik Kongo steigt die Zahl der Mütter, die sterben, wegen des Ebola-Ausbruchs. Viele schwangere Frauen meiden Krankenhäuser aus Angst vor Isolierung.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Ebola-Ausbruch in der DR Kongo verschärft Müttersterblichkeit.
Host: In Bunia, der Provinzhauptstadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, hat sich die Zahl der Todesfälle bei Müttern seit dem aktuellen Ebola-Ausbruch deutlich erhöht, nicht wahr?
Guest: Ja, genau. Vor dem Ausbruch starben in diesem Jahr durchschnittlich 3,1 Mütter pro Woche. Zwischen dem 25. Mai und dem 19. Juli 2026 stieg dieser Wert auf 5,8 Todesfälle pro Woche.
Host: Das ist fast eine Verdopplung. Wie schwerwiegend ist dieser Ebola-Ausbruch im Vergleich zu früheren?
Guest: Er gilt als der am schnellsten fortschreitende, seit entsprechende Aufzeichnungen existieren. Bislang wurden mehr als 2.000 bestätigte Todesopfer gemeldet.
Host: Warum ist gerade Bunia so stark betroffen?
Guest: Weil die Stadt das Epizentrum des Ausbruchs ist. Viele schwangere Frauen meiden dort Krankenhäuser und Vorsorgeuntersuchungen, obwohl sie eigentlich dringend medizinische Betreuung bräuchten.
Host: Woher kommt diese Angst?
Guest: Sie befürchten, isoliert zu werden, selbst wenn ihr Fieber gar nichts mit Ebola zu tun hat. In der Bénédicte-Klinik in Bunia ist die Zahl der monatlichen Anmeldungen zur Schwangerschaftsvorsorge deshalb von etwa 60 auf rund zehn gesunken, wie der medizinische Leiter Sonny Mwembo berichtet.
Host: Das heißt, viele Frauen sterben nicht direkt an Ebola?
Guest: Genau das warnen auch die Vereinten Nationen. Viele Frauen sterben, weil ihnen lebensrettende Behandlungen nicht mehr zugänglich sind, da sie Kliniken meiden.
Host: Wie gefährlich ist eine Ebola-Infektion für Schwangere konkret?
Guest: Laut dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA, endet eine Infektion bei Schwangeren in mehr als 90 Prozent der Fälle tödlich. Fast immer führt eine Infektion während der Schwangerschaft außerdem zum Verlust des ungeborenen Kindes.
Host: Was unternimmt UNFPA, um zu helfen?
Guest: Die Organisation ist derzeit in 29 Gesundheitszonen im Osten des Landes aktiv und unterstützt rund 63.700 schwangere Frauen mit geburtshilflicher und medizinischer Versorgung, unter anderem gemeinsam mit lokalen Frauengruppen, Jugendnetzwerken und Hebammenverbänden.
Host: War die Situation für Mütter in der DR Kongo schon vorher schwierig?
Guest: Ja, das Land gehörte bereits unabhängig vom Ausbruch zu den gefährlichsten der Welt, um ein Kind zur Welt zu bringen. Das liegt an einem unzureichenden Gesundheitssystem, in dem ausgebildetes Personal, Medikamente, Strom und medizinische Ausrüstung fehlen.
Host: Gibt es noch weitere Risikofaktoren?
Guest: Eine weit verbreitete Mangelernährung unter Schwangeren erhöht das Geburtsrisiko zusätzlich. Außerdem tragen Frauen ein besonders hohes Infektionsrisiko, weil sie in Familien häufig kranke Angehörige pflegen und im Gesundheitswesen, etwa als Hebammen und Krankenschwestern, an vorderster Front arbeiten.
Host: Das zeigt, wie eng Gesundheitskrise und soziale Rolle der Frauen miteinander verbunden sind.
Guest: Absolut. Solange Frauen sowohl zu Hause als auch in Kliniken der Ansteckung am stärksten ausgesetzt sind, wird sich diese Situation kaum von selbst verbessern.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!