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Ebola in Kongo: Mehr Mütter sterben
In der Demokratischen Republik Kongo steigt die Zahl der Mütter, die sterben, wegen des Ebola-Ausbruchs. Viele schwangere Frauen meiden Krankenhäuser aus Angst vor Isolierung.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Ebola-Ausbruch in der DR Kongo verschärft Müttersterblichkeit.
Host: Die Zahlen, die gerade aus der Demokratischen Republik Kongo kommen, sind wirklich alarmierend – vor dem Ausbruch starben durchschnittlich 3,1 Mütter pro Woche, und zwischen dem 25. Mai und dem 19. Juli sind es plötzlich 5,8. Wie erklärst du dir diesen drastischen Anstieg?
Guest: Das hängt eng mit dem Ebola-Ausbruch selbst zusammen, der ja als der am schnellsten fortschreitende seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen gilt und bereits mehr als 2.000 bestätigte Todesopfer gefordert hat. Insofern überrascht es nicht, dass sich diese Dynamik auch auf die Müttersterblichkeit auswirkt – allerdings nicht unbedingt so, wie man zunächst vermuten würde.
Host: Was meinst du damit genau?
Guest: Viele Frauen sterben eben nicht direkt an Ebola, sondern daran, dass sie aus Angst vor einer Isolierung Krankenhäuser meiden. Besonders in Bunia, der östlichen Provinzhauptstadt und dem Epizentrum des Ausbruchs, zeigt sich das drastisch.
Host: Gibt es dafür konkrete Zahlen aus der Region?
Guest: Ja, durchaus eindrückliche. Sonny Mwembo, der medizinische Leiter der Bénédicte-Klinik in Bunia, berichtet, dass die monatlichen Anmeldungen zur Schwangerschaftsvorsorge von rund 60 auf etwa zehn gesunken sind.
Host: Das ist ein Rückgang um mehr als achtzig Prozent. Woher kommt diese Angst vor den Kliniken eigentlich?
Guest: Viele schwangere Frauen befürchten, bei Fieber sofort unter Quarantäne gestellt zu werden – selbst wenn die eigentliche Ursache gar nichts mit Ebola zu tun hat. Diese Sorge hält sie folglich davon ab, überhaupt erst zur Vorsorge zu gehen.
Host: Die Vereinten Nationen haben ja explizit davor gewarnt, dass genau dieses Meiden von Kliniken zum eigentlichen Problem wird.
Guest: Genau, und das ist die eigentliche Tragik dabei: Es sind weniger die direkten Ebola-Todesfälle, die die Müttersterblichkeit in die Höhe treiben, sondern der fehlende Zugang zu lebensrettenden Behandlungen, wenn Komplikationen während der Schwangerschaft auftreten.
Host: Wie gefährlich ist eine Ebola-Infektion während der Schwangerschaft denn tatsächlich, rein medizinisch betrachtet?
Guest: Laut dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, dem UNFPA, endet eine solche Infektion bei Schwangeren in mehr als 90 Prozent der Fälle tödlich. Und noch dramatischer: Fast immer führt eine Infektion während der Schwangerschaft zusätzlich zum Verlust des ungeborenen Kindes.
Host: Das sind erschreckend hohe Werte. Was unternimmt der UNFPA denn konkret, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?
Guest: Die Organisation ist derzeit in 29 Gesundheitszonen im Osten des Landes aktiv und unterstützt dort rund 63.700 schwangere Frauen mit geburtshilflicher und medizinischer Versorgung – unter anderem in Zusammenarbeit mit lokalen Frauengruppen, Jugendnetzwerken und Hebammenverbänden.
Host: Das klingt nach einem breit angelegten Ansatz. Reicht das denn angesichts des Ausmaßes der Krise überhaupt aus?
Guest: Das bleibt fraglich, zumal die Ausgangslage im Land ohnehin schon problematisch war. Auch unabhängig vom aktuellen Ausbruch gehörte die Demokratische Republik Kongo bereits zu den gefährlichsten Ländern der Welt, um ein Kind zur Welt zu bringen.
Host: Woran liegt das strukturell?
Guest: Vor allem an einem unzureichenden Gesundheitssystem – es mangelt an ausgebildetem Personal, an Medikamenten, an Strom und an medizinischer Ausrüstung. Hinzu kommt eine weit verbreitete Mangelernährung unter Schwangeren, die das Geburtsrisiko zusätzlich erhöht.
Host: Und gleichzeitig sind es ja gerade Frauen, die im Gesundheitswesen besonders exponiert sind, oder?
Guest: Absolut, das ist ein wichtiger Punkt. Frauen tragen ein besonders hohes Infektionsrisiko, weil sie innerhalb der Familie häufig kranke Angehörige pflegen und zugleich im Gesundheitswesen selbst, etwa als Hebammen und Krankenschwestern, an vorderster Front arbeiten.
Host: Es trifft also dieselbe Gruppe gleich mehrfach – als Patientinnen, als Pflegende und als Betreuerinnen zugleich.
Guest: Genau, und während man den Ausbruch selbst medizinisch bekämpft, wird diese doppelte beziehungsweise dreifache Belastung der Frauen häufig zu wenig mitgedacht. Insofern zeigt dieser Fall exemplarisch, wie eng Epidemiebekämpfung und reproduktive Gesundheit tatsächlich miteinander verflochten sind.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!