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EU erwägt Gegenmaßnahmen zu US-Sanktionen gegen Weltstrafgericht
Die USA wollen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag finanziell isolieren. Die EU und einige Politiker kritisieren das als Angriff auf das Recht.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über EU erwägt Gegenmaßnahmen zu US-Sanktionen gegen Weltstrafgericht.
Host: Die USA wollen den Internationalen Strafgerichtshof finanziell isolieren. Was bedeutet das?
Guest: Außenminister Marco Rubio sagte, die USA würden das Gericht notfalls zerschlagen, wenn es seine Praxis nicht aufgibt.
Host: Wann kam diese Ankündigung?
Guest: Am Freitag, kurz nachdem bekannt wurde, dass die frühere Richterin Navi Pillay den Friedensnobelpreis bekommt.
Host: Welche Maßnahmen plant die US-Regierung konkret?
Guest: Firmen mit US-Geschäft dürfen keine Zahlungen mehr an den Gerichtshof leisten. Auch Banken dürfen nicht mehr auf IStGH-Konten überweisen.
Host: Wann treten diese Maßnahmen in Kraft?
Guest: Erst in sechs Monaten. Einzelne Richter und Ankläger wurden aber schon früher sanktioniert.
Host: Was bedeutete das für sie?
Guest: Sie konnten keine Kreditkarten mehr nutzen und auch keine Dienste wie Uber, Airbnb oder PayPal.
Host: Die USA sind doch gar kein Mitglied des Gerichtshofs?
Guest: Stimmt, sie gehören zu den 125 Mitgliedstaaten nicht. Trotzdem ermittelt das Gericht, wenn Verbrechen in einem Mitgliedstaat passieren. Deshalb gibt es Haftbefehle gegen Putin und Netanyahu.
Host: Warum betrifft das auch Europa?
Guest: Weil der Gerichtshof in Den Haag sitzt. Bernd Lange von der SPD nennt das eine extraterritoriale Wirkung.
Host: Was kritisiert die CDU?
Guest: Axel Voss sagt, die USA wollten mit der Bestrafung von Richtern und Staatsanwälten die Justiz einschüchtern.
Host: Will die EU jetzt reagieren?
Guest: Bisher hat sie das vermieden, um Konflikte mit Trump zu vermeiden. Jetzt fordern viele Abgeordnete das Blocking Statute.
Host: Was würde das bewirken?
Guest: EU-Firmen dürften die US-Sanktionen dann nicht befolgen. Die Niederlande, Belgien und Frankreichs Außenminister Barrot unterstützen das.
Host: Und Deutschland?
Guest: Die Bundesregierung hält sich bisher zurück, denn zuständig wäre die EU-Kommission, die zuerst mit Washington sprechen will.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!