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Merz kritisiert Ben-Gvirs Aufruf zu Tötungen in Gaza
Der israelische Minister Ben-Gvir fordert Tötungen in Gaza. Kanzler Merz und die deutsche Regierung kritisieren das scharf.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Merz weist Aufruf von Ben-Gvir zu Tötungen in Gaza scharf zurück.
Host: Ben-Gvir hat gefordert, im Gazastreifen jede Nacht 30 bis 40 Menschen gezielt zu töten, und zwar nicht nur solche, von denen eine akute Bedrohung ausgeht.
Guest: Das ist wirklich schockierend. Die Bundesregierung hat sofort reagiert, obwohl sie sich sonst eher zurückhält.
Host: Genau, Vizeregierungssprecher Sebastian Hille hat diese Forderung als menschenverachtend und völkerrechtswidrig bezeichnet.
Guest: Und nicht hinnehmbar, nicht wahr? Das sind ziemlich harte Worte für einen Regierungssprecher.
Host: Stimmt. Dabei ist das nicht der erste Eklat um Ben-Gvir. Irland, Frankreich, Spanien und Slowenien haben ihm bereits die Einreise untersagt.
Guest: Während andere Länder also schon reagiert haben, hat sich Deutschland bisher mit Sanktionen zurückgehalten.
Host: Richtig, aber das könnte sich bald ändern. Hille kündigte an, dass die EU-Außenminister Anfang September über ein Vorgehen gegen radikale Politiker beraten wollen.
Guest: Wer soll denn diese Vorschläge ausarbeiten?
Host: EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas soll neue Vorschläge vorlegen.
Guest: Auch Außenminister Wadephul hat sich geäußert, oder?
Host: Ja, er verlangte eine gemeinsame europäische Antwort und nannte Ben-Gvirs Worte unsäglich und völlig inakzeptabel.
Guest: Die Bundesregierung setzt also eher auf die EU-Ebene als auf nationale Alleingänge.
Host: Genau, sie sieht das als den richtigen Rahmen für mögliche Konsequenzen.
Guest: Beim Ministertreffen soll ja auch die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland zur Sprache kommen.
Host: Stimmt, die Regierung von Netanjahu plant dort den Bau von rund 1200 neuen Wohnungen.
Guest: Was bedeutet das konkret für die palästinensische Bevölkerung?
Host: Hille erinnerte daran, dass Israel als Besatzungsmacht verpflichtet ist, die Bevölkerung würdevoll zu behandeln und ihr Eigentum zu schützen.
Guest: Und wie steht Merz persönlich dazu?
Host: Er beobachtet die jüngste israelische Politik mit großer Sorge und lehnt jede weitere Annexion im Westjordanland ab, egal ob durch formelle Schritte oder faktische Maßnahmen.
Guest: Solche Schritte würden ja einer Zweistaatenlösung widersprechen.
Host: Genau, und auch das Auswärtige Amt kritisierte die Siedlungspläne als Verstoß gegen das Völkerrecht.
Guest: Es geht dabei besonders um das Bauprojekt E1 zwischen Jerusalem und Ma'ale Adumim, richtig?
Host: Ja, das israelische Wohnungsbauministerium hat dafür bereits die Ausschreibung gestartet, die am 19. Oktober enden soll.
Guest: Das ist ja kurz vor den Parlamentswahlen in Israel.
Host: Kritiker warnen, dass der Bau von E1 das Westjordanland de facto teilen würde.
Guest: Und Ostjerusalem würde dadurch von den palästinensischen Gebieten abgeschnitten.
Host: Deshalb wird das Thema beim Treffen der Außenminister wohl eine zentrale Rolle spielen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!